Erkenntnisse über das Bewusstsein

Der Arbeitsbreich des Gehirns wird in zwei Bereiche untergliedert, das Bewusstsein und das Unterbewusstsein. Eine Besonderheit ist das ICH-Bewusstsein, die Entstehung eines "Selbst".

Das ICH-Bewusstsein

Die Entdeckung des Ich als ein eigenes neurologisches System im Gehirn war eine Sensation. Heute sind sich Gehirnforscher darüber einig, dass alles in einem zentralen Ich-Kern zusammenfließt. Der mediale präfrontale Cortex fügt alle Ich-Informationen zu einem Gesamtbild zusammen.
(Magazin Welt der Wunder, Kann man sein Ich verlieren? Die Reise ins Ich - Wo sitzt das Ich im Gehirn, Ausgabe 6/08)

Der bekannte Hirnforscher Gerhard Roth beschreibt genau welche Gehirnregionen das Ich erzeugen.
(Wissenschaftliche Veröffentlichung, Prof. Dr. Dr. Gerhard Roth, Wie das Gehirn die Seele macht, 4/01)

Aus neurobiologischer Sicht ist das Ich aus 10 verschiedenen Ich-Einheiten modular zusammengesetzt, wie z.B. das Körper-Ich (das ist mein Körper), das Handlungs-Ich (ich tue das), das Zurechnungs-Ich (ich bin der Verursacher, ich kontrolliere meine Gedanken und Handlungen), über das sprachliche Ich (über sich selbst reden als überdauernde Einheit) bis hin zum reflexiven Ich (Nachdenken über sich selbst) und dem ethischen Ich (mein Gewissen).

Ist eine betreffende Gehirnregion gestört, so kann unabhängig von den anderen Ich-Einheiten, ein Gesamt-Ich erzeugt werden, bei dem jedoch die betreffende Ich-Form anders ausgeprägt ist oder auch ganz fehlt (z.B. Körper-Ich: dieser Körper, das bin nicht ich; Handlungs-Ich: ich habe das nicht verursacht bzw. getan).

Ozeanische Entgrenzung nennen Hirnforscher den Zustand, wenn das Ich ganz verschwindet. Im Scheitellappen, dem Ich-Zentrum, wird das neurologisch durch eine extrem geringe elektrische Aktivität sichtbar. Dieser Extremzustand ist auch durch die Praxis der Meditation erreichbar, sowie im Schlaf oder unter Narkose.
(Magazin GEO kompakt, Wie wir denken - Das Gehirn: Intelligenz, Gefühl, Bewusstsein, Ausgabe Nr. 15 - 6/08)

Die Ozeanische Entgrenzung entspricht dem buddhistischen Begriff des Nirvana. Sie bedeutet ein eintauchen in die Leerheit, in einen Zustand, in dem es kein Ich mehr gibt (Ich-Losigkeit), der Körper nicht mehr wahrgenommen wird (Substanzlosigkeit), der Geist vollkommen still geworden ist (Gedankenlosigkeit) und es keine Gefühle mehr gibt, weder das des Leids noch das der Freude. Auch gibt es keine Abgrenzung einzelner Existenzen, denn alles ist eine zeitlose Existenz. Dieser Zustand ist pures Sein.

Der Begriff Repräsentation, der gleichsam in der Hirnforschung, der Künstlichen Intelligenz-Forschung, der Kognitionswissenschaft und der Philosophie existiert, beschreibt die Fähigkeit Gesehenes im Gehirn oder in einer Maschine wiederzuspiegeln und darzustellen, indem man sich eine innere Vorstellung davon macht. Das Gehirn oder die Maschine (Roboter) repräsentiert somit die Wirklichkeit.

Dabei wird nur ein Bruchteil aller Informationen der Außenwelt im Bewusstsein verarbeitet. Diese selektive Wahrnehmung nennt der Bewusstseinsforscher Thomas Metzinger den Ego-Tunnel oder auch den Realitätstunnel. Der Inhalt unseres bewussten Erlebens ist nur eine selektive Form der Darstellung von Informationen, ein künstliches Konstrukt, eine Simulation, ein Abbild der Wirklichkeit in unserem Gehirn.

Auch das "Ich" oder das "Selbst" ist nur ein ein phänomenales Selbstmodell einer Person als Ganzes in unserem Gehirn.

Führende Wissenschaftler gehen davon aus, dass jedes komplexe Gebilde wie das Gehirn oder eine Rechenmaschine dazu in der Lage ist ein Bewusstsein zu entwickeln. Dieses Bewusstsein hängt von der Komplexität der Trägersubstanz ab. Ähnlich komplexe Trägersubstanzen erzeugen ein ähnlich komplexes "Bewusstsein".

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