Mandelbrot und Julia Menge
Der Mathematiker Benoit Mandelbrot entdeckte bei der grafischen Darstellung komplexer
Zahlenmengen neue grafische Strukturen, deren wesentliche Eigenschaft die sogenannte
Selbstähnlichkeit ausmacht, die bekannteste darunter ist das sogenannte
Apfelmännchen.
Diese Selbstähnlichkeit nennt man Fraktal von »fractus« (lateinisch),
d.h. »gebrochen«. Jeder Punkt des Apfelmännchens, auch
Mandelbrot-Menge genannt, entspricht einem Algorithmus, zu jedem Punkt
gehört eine zugehörige, gleichfalls geometrisch interessante
Julia-Menge.
Die Fraktaltheorie hat seine Wurzeln in der Geometrie und
Dimensionstheorie.
Seither wurde das Auftreten fraktaler Strukturen als allgemeines Prinzip
in der Natur erkannt. Wolken, Berge, Baum-, Ast und Blattstrukturen sind
ebenso fraktal beschreibbar wie z.B. die Verästelungen von
Adersystemen oder Zellstützgeweben. In Löschpapier aufsaugende
Flüssigkeiten beschreiben fraktale Muster ebenso wie auf
Wasseroberflächen sich ausbreitende Ölfilme.
Die Beschäftigung mit Fraktalen führte zur Erkenntnis, dass
viele scheinbar einfache physikalische Gesetze den Keim zum Chaos in sich
tragen und ihr Langzeitverhalten nicht vorhersehbar ist - einfachstes
Beipsiel das chaotische Pendel, obwohl die Pendelgesetze sehr einfach
sind. Die Bahngleichung für die Bewegung des Pendels wird
vom sog. Lorenz-Attraktor angenähert.
Es ist aus einem momentan bekannten Punkt auf dem Lorenz-Attraktor nicht
vorhersehbar, welche der Bahnen beim nächsten Umlauf durchfahren werden.
Es hängt von kleinsten Unterschieden beim Start oder während der
Bewegung ab. Gleichen Gesetzen gehorchen Mischungsbilder von Flüssigkeiten,
Bewegungen von z.B. Asteroiden usw.