Cantor Menge
Die erste strenge Definition von fraktalen Dimensionen stellte
Georg Cantor (1845 - 1918) um 1877. Georg Cantor ist heute vor
allem für seine Arbeiten in der Mengenlehre und durch die
nach ihm benannte Cantor-Menge bekannt. Der Begriff
fraktale Dimension
wurde erst in unserem Jahrhundert von dem Mathematiker Benoit Mandelbrot
geprägt, wobei »fraktal« nichts anderes bedeutet als »gebrochen« oder
»zersplittert«.
Georg Cantors Problem, das ihn zum Thema der gebrochenen Dimension
führen sollte, bestand aus nebenstehend beschriebener geometrischen
Konstruktion.
Aus einem gegebenen Einheitsintervall wird das mittlere Drittel entfernt.
Es bleiben das erste und dritte Drittel. Aus diesen zwei Dritteln wird nun
wiederum der mittlere Teil entfernt, usw. Was bleibt ist schliesslich eine
unendliche Menge unendlich kleiner Intervalle; also unendlich viele
Punkte. Diese Punkte werden Cantor-Menge genannt.
Die Gesamtstrecke aller verbleibenden Punkte ist 0, da die einzelnen
Punkte keine Länge haben. Da die Anzahl der Punkte jedoch unendlich ist,
liegt die Dimension irgendwo zwischen 0 und 1. Es handelt sich hier um
sogenannte höhere Unendlichkeiten, die nicht abzählbar
sind oder besser als überabzählbar bezeichnet werden.
Eine weitere Unendlichkeitsform beschreibt David Hilbert unter dem Begriff
abzählbare Unendlichkeit.